Ratgeber · Kaufberatung · Stand 15. Juli 2026
PV- und Wärmepumpen-Angebote vergleichen: Die 10-Punkte-Checkliste
Photovoltaik und Wärmepumpe gehören zu den größten Investitionen, die Sie an Ihrem Haus tätigen — und die Angebote dafür unterscheiden sich massiv, oft ohne dass man es auf den ersten Blick sieht. Diese Checkliste zeigt Ihnen die zehn Punkte, an denen sich gute Anbieter von schlechten unterscheiden. Legen Sie sie neben jedes Angebot, das Sie bekommen — auch neben unseres.
1. Positionstransparenz: Steht drin, was Sie kaufen?
Ein seriöses Angebot listet jede Position einzeln auf: Module (Hersteller und Modell), Wechselrichter, Speicher, Unterkonstruktion, Elektroinstallation, Gerüst, Netzanmeldung. Steht nur ein Endpreis auf dem Papier, können Sie weder Qualität noch Leistungsumfang vergleichen — und wissen nicht, was im Zweifel fehlt.
2. Festpreis oder „Nachträge vorbehalten“?
Prüfen Sie das Kleingedruckte: Ist der Preis verbindlich, oder behält sich der Anbieter Nachberechnungen vor? Ein echter Festpreis benennt auch, wie mit unvorhergesehenem Mehraufwand umgegangen wird — nämlich durch Absprache vorher, nicht durch eine Rechnung hinterher.
3. Wer trägt die Verantwortung für die Montage?
Entscheidend ist, wer Ihr Projekt wirklich steuert: Gibt es eine eigene Projektleitung, die von der Planung bis zur Inbetriebnahme verantwortlich bleibt — mit einem festen Ansprechpartner für Sie? Arbeiten feste, eingespielte Montageteams nach den Standards des Anbieters? Und wer steht im Servicefall tatsächlich vor Ihrer Tür? Lassen Sie sich Ihren Ansprechpartner nennen, bevor Sie unterschreiben.
4. Wer verantwortet die Elektrik?
Der elektrische Anschluss gehört in die Hände eines konzessionierten Elektrofachbetriebs — inklusive Zählerschrank, wenn er ertüchtigt werden muss. Manche Anbieter verkaufen nur die Dacharbeit und kaufen die Elektrik zu. Fragen Sie: Ist der Anbieter selbst im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen?
5. Garantien: Zahlen statt Versprechen
„Lange Garantie“ ist kein Wert. Verlangen Sie konkrete Jahre je Komponente — Produkt- UND Leistungsgarantie bei Modulen (gute Hersteller geben heute 25–30 Jahre), Speicher (10–15 Jahre) und Wärmepumpe (5 Jahre mit Herstellerregistrierung). Und klären Sie, wer die Garantie trägt: der Hersteller direkt oder nur der Anbieter — was passiert, wenn es den Anbieter in 10 Jahren nicht mehr gibt?
6. Was ist wirklich inklusive?
Netzanmeldung beim Netzbetreiber, Inbetriebsetzung, Zählerwechsel, Registrierung im Marktstammdatenregister, bei der Wärmepumpe die Förderbegleitung: All das kostet Zeit und Fachwissen. Steht es im Angebot? Wenn nicht, machen SIE hinterher die Behördenarbeit — oder zahlen extra.
7. Beratung: Pauschalpaket oder echte Auslegung?
Bei Photovoltaik: Wurde Ihr tatsächlicher Stromverbrauch abgefragt und die Anlagen- und Speichergröße darauf ausgelegt? Bei der Wärmepumpe: Gab es eine Heizlastberechnung — oder nur einen Blick auf die alte Heizung? Wer Ihnen ohne diese Grundlagen ein „Standardpaket“ verkauft, verkauft an Ihrem Bedarf vorbei.
8. Wirtschaftlichkeitsrechnung: Sind die Annahmen ausgewiesen?
Jede Ersparnis-Prognose steht und fällt mit ihren Annahmen: Strompreis, Eigenverbrauchsquote, Einspeisevergütung, Strompreissteigerung. Seriöse Anbieter legen diese Zahlen offen — dann können Sie Prognosen zwischen Angeboten überhaupt erst vergleichen. Vorsicht bei Renditeversprechen ohne nachvollziehbare Rechnung.
9. Regionale Präsenz und Referenzen
Wie weit ist der Firmensitz entfernt? Wie lange gibt es das Unternehmen? Gibt es echte Referenzanlagen in Ihrer Umgebung, die Sie sich ansehen können? Lesen Sie Google-Bewertungen — nicht nur die Sternezahl, sondern die Texte. Ein Anbieter, der von weit her anreist, ist im Servicefall genau das: weit weg.
10. Verkaufsdruck ist ein Warnsignal
„Der Rabatt gilt nur heute“, „unterschreiben Sie am besten gleich“: Wer so verkauft, will Ihren Vergleich verhindern. Echte Aktionsfristen sind legitim und stehen schriftlich im Angebot — aber ein gutes Angebot hält auch einer Woche Bedenkzeit stand. Nehmen Sie sich die Zeit, die diese Entscheidung verdient.
Die Checkliste zum Abhaken
- Alle Positionen einzeln aufgeführt, Hersteller + Modelle genannt
- Verbindlicher Festpreis — Umgang mit Mehraufwand ist geregelt
- Eigene Projektleitung + fester Ansprechpartner für das ganze Projekt
- Konzessionierter Elektrofachbetrieb, im Installateurverzeichnis eingetragen
- Garantien in Jahren je Komponente, Garantieträger geklärt
- Netzanmeldung, Zählerwechsel, Marktstammdatenregister inklusive
- Auslegung auf Ihren Verbrauch bzw. Heizlastberechnung liegt vor
- Wirtschaftlichkeits-Annahmen offen ausgewiesen
- Regionaler Sitz, echte Referenzen, gelesene Bewertungen
- Kein Zeitdruck — das Angebot hält Bedenkzeit stand
Unser Rat: Holen Sie zwei bis drei Angebote ein und stellen Sie jedem Anbieter dieselben Fragen. Ein guter Anbieter beantwortet alle zehn Punkte, ohne auszuweichen — und ärgert sich nicht über die Nachfrage, sondern freut sich über einen informierten Kunden.
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Fordern Sie ein SONNCO-Festpreisangebot an und legen Sie diese Checkliste daneben — Punkt für Punkt.
